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Das Netzwerk hinter dem Plan: Kontext als Grundlage jeder Prozessautomatisierung

Wer einen Bauplan oder eine technische Zeichnung betrachtet, sieht Linien, Symbole und Zahlen. Was sich darunter verbirgt, ist aber komplexer: diese Objekte bilden nämlich ein dichtes Geflecht aus Abhängigkeiten und Referenzen. Jedes Element steht mit mindestens einem anderen in Verbindung, und über Ketten aus Referenzen letztlich mit dem gesamten Plan.

Für einen Menschen, zumindest mit dem richtigen Hintergrundwissen, sind diese Verbindungen leicht zu verstehen. Dieses Verständnis zu erfassen und die Verbindungen digital abzubilden ist hingegen nicht ganz so trivial. Und gleichzeitig ist es eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Pläne echte Prozessautomatisierung unterstützen können.

Objekte allein reichen nicht

Viele Digitalisierungsprojekte erfassen entweder „nur“ geometrische Objekte (Punkte, Linien und Flächen) oder bereits Gebäudekomponenten wie Räume, Türen und technische Anlagen. In beiden Fällen wird jedoch eine Liste mit den erkannten Objekten zurückgegeben, jeweils als eigenständige Einträge. Das ist für viele Anwendungsfälle ausreichend. Aber sobald Prozesse nicht nur Daten abrufen, sondern auch Zusammenhänge auswerten müssen, stößt dieser Ansatz an seine Grenzen.

Ein konkretes Beispiel aus der Planprüfung: Für eine Barrierefreiheitsprüfung reicht es nicht, Türen als solche zu identifizieren. Man braucht deren explizit angegebene Breiten. Und zwar nicht als separate Zahl irgendwo im Plan, sondern als Information, die eindeutig dieser Tür zugeordnet ist. Oft ist die grafische Auflösung des Plans nicht präzise genug, um Breiten direkt aus der Geometrie abzuleiten. Die Bemaßung gibt die Breite explizit an und dient auch als Informationsquelle im manuellen Prüfungsprozess. Sie steht im Plan – aber nur wer die Relation zwischen Maßangabe und Bauteil modelliert hat, kann sie maschinell nutzen.

Dasselbe gilt für Messpunkte in Plänen aus der Gewässervermessung: Hunderte, manchmal Tausende von Einträgen, beschriftet mit Kürzeln und Werten. Welcher Messpunkt gehört zu welcher Position? Welche Beschriftung referenziert welchen Bereich? Ohne modellierte Relationen bleibt das eine Interpretationsaufgabe für den Menschen – jedes Mal aufs Neue.

Weitere Beispiele:

  • Leitungskataster
  • Gleisnetzpläne
  • Bewehrungspläne

Und Ihnen fallen sicher noch mehr Anwendungsfälle ein!

Wo fehlende Relationen zum Engpass werden

Der eigentliche Kostenfaktor liegt nicht beim Scannen von Plänen. Er liegt in den manuellen Schritten danach: dem Öffnen von Dokumenten, dem Auslesen und Markieren von Objekten, dem Herstellen von Zusammenhängen, dem Übertragen in nachgelagerte Systeme.

Wenn Relationen modelliert und kontextuell gespeichert sind, verändern sich konkrete Arbeitsabläufe: Eine Planprüferin, die heute manuell Maßangaben aus Hunderten von Grundrissen zusammenträgt, bekommt die relevanten Werte – gefiltert, zugeordnet, exportierbar – direkt aus dem Plan. Die Prüfung selbst bleibt ihre Aufgabe (die eventuell auch automatisiert werden kann). Der Aufwand davor, nämlich die nötige Datenbasis zu erstellen, aber nicht mehr.

Wenn ein Facility-Management-Team prüfen soll, ob alle sicherheitsrelevanten Bereiche eines Gebäudes korrekt ausgestattet sind, braucht es nicht nur eine Liste der Objekte – sondern auch den Kontext, in dem diese Objekte stehen. Fehlt dieser Kontext in der Datenbasis, ist eine menschliche Interpretation erforderlich. Die lässt sich unterstützen und beschleunigen – aber nicht ersetzen, solange die Relationen nicht maschinenlesbar vorliegen. Das ist der Engpass, den wir bei blixdata adressieren.

Workflows mit Regelwerken automatisieren

Gemeinsam mit unseren Kunden definieren wir genau diese Regelwerke: Was soll geprüft werden? Welche Relationen sind für den jeweiligen Prozess entscheidend? Und wie sollen die Ergebnisse weitergegeben werden? Die Antworten darauf sind je nach Anwendungsfall unterschiedlich – die Grundlage ist immer dieselbe: ein Datenmodell, das den Kontext bewahrt.

Wenn Sie auch Ihre Prozesse automatisieren möchten, sprechen Sie mit uns.

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